Montag, 30. April 2012

Es wird eng und kuschelig in der Höhle. Die scharfen und felsigen Kanten der Wände sind überall, es wird zwischendurch ganz schön anstrengend vorwärts zu kommen. An manchen Stellen wirds gar derart eng, dass man nur robbend und auf allen Vieren sich Meter für Meter erkämpft. Und es ist kein Ende in Sicht.

Der Schweiss perlt, die Nerven liegen blank. Wozu das alles eigentlich? Schon draussen, die vielen Jahre zuvor, sie waren nicht immer leicht. Hört das denn nie auf? Wortwörtlich reissen wir uns die Hintern auf und es geht voran und doch bewegt sich scheinbar nichts.

Es ist dunkel, feucht, kalt und heiss zugleich. Es ist stickig, modrig, und es gibt kaum Luft zum atmen. Die Ängste kochen hoch, die Zweifel nagen, und das lieben und freuen?

Doch reib dich mal so richtig an den scharfen Wänden. Richtig intensiv, so dass sich die energetischen Häute in den Kanten verfangen und verheddern. Zerr und zieh so richtig stark. Werde zur Schlange! Sie häutet sich. Du häutest dich.

Die alte Haut ist lose, du bist ihr längst überdrüssig, aber hast es nicht bemerkt, es war dir nicht bewusst, dass sie sich löst. Doch wenn du hinschaust erkennst du es. Du erkennst auch die schon darunterliegende neue Haut.

Die plötzliche Bewusstheit dieses Häutungsprozesses verschafft dir einen Schub. Freude und Leichtigkeit explodieren in dir. Fetzen für Fetzen lösen sich nun. Es wird einfacher und einfacher. Die in dir erwachten Kräfte, reinste und tiefste Überlebensinstinkte treiben dich voran, du fühlst dich so erstarkt, du könntest Berge versetzen, alles erreichen was du möchtest.

Diese Urtriebe in dir, sie sind erwacht in der Not, in der Bedrängung, in der völligen Einengung der Freiheit der Seele. Du Seele hast dir hier in dieser dichten Materie so viele Häute zugelegt, um die alte Welt erfahren zu können. Und du Seele entledigst dich nun der verdickten Gewänder und frisch gehäutet erstrahlst du in deinem neuen lichteren Gewand. Wendig und flexibel, den lichten Frequenzen der sich erneuernden Zeit entsprechend, weitet sich nun der Tunnel und mündet in immer weiter werdenden Gängen in der Höhle der eigenen und kollektiven Abgründen der Menschheit.

In Lak’ech

Share This

Newsletter

Verpasse keinen Tages-Text und keinen Artikel!
Abonniere den kostenlosen Newsletter jetzt!

Du hast jetzt den Newsletter abonniert