13 Krieger – Cib . Ajmaq . Cozcacuauhtli

Kin 156 – 3. September 2013

Ton 13 – Das Aufsteigen
Zeichen 16: Krieger – Die Bindungslosigkeit

Bindungslosigkeit ist so ein lieblingswort von uns Spiris. An nichts mehr gebunden sein, davon träumen wir alle. Völlig frei zu sein von den Dingen dieser Welt, das streben wir an.

Mit diesem Wort stellen wir uns allerdings mal wieder das eigene Bein. Mit Worten, egal ob wir sie denken oder aussprechen definieren wir gewisse Ziele, setzen Energien auf die wir dann zusteuern. Sitzt du am Steuer und willst nicht auf den Baum lossfahren, kannst du dies nur verhindern, wenn du den Baum nicht mehr anstarrst und dich stattdessen auf die Strasse konzentrierst. Mit diesem Wort ist das im gewissen Sinne sehr ähnlich.

Auch sehr bekannt ist es, nicht an den rosa Elefanten zu denken. Ha! In etwa 5 Minuten wird er wieder aus deinem Kopf verschwinden.

Ohne Bindungen sein zu wollen ist an sich unmöglich solange man dieses Wort dazu benutzt. Egal ob man hier nun mit der Haarspalterei beginnt und Bindungen und Verbindungen unterscheidet. Es gibt immer Verbindungen zwischen dir und etwas anderem. Hättest du keine, wärst du hier weder am Leben noch würdest du hier etwas bewegen können.

Der Trick ist der Umgang mit all den Verbindungen die man eingegangen ist, sich darin verheddert hat und die man sich selbst gelegt hat.

In dem Moment in dem man sich mit etwas befasst, beginnen sich sofort Lichtbahnen zum Objekt der Begierde zu bilden. Ob gute oder schlechte Absichten, den Lichtbändern ist das egal. Im Laufe des Lebens legen unmengen an Bändern kreuz und quer durch unser ganzes Sein.

Man kann also nicht ohne Bindungen existieren, dann wär man Tod und da es dort ja weiter geht, gibts auch dann Bindungen. Geht man noch weiter und löst sich als Seele wieder komplett in Gott auf, kann man sich fragen ob Gott Bindungslos ist. Da ich auch kaum glaube, dass Gott jemals seine Schöpfung im Stich lassen würde ist er/es/sie ja eigentlich an seine Schöpfungen gebunden.

So sind wir an alles und alle gebunden, mit dem und denen wir es jemals zu tun gehabt haben. Diese Bänder lassen sich nicht einfach kappen. So zu tun als wär nie was gewesen funktioniert auf Dauer nicht. Es kommt alles immer wieder zurück. Man kann sich natürlichg gerne der Illusion hingeben, aber auch das hält nicht für ewig.

Sich auf den Begriff Freiheit zu konzentrieren dürfte auch schwierig werden. Der Begriff für sich stehend ist ultraschwammig und sagt nichts aus. Definiert man nun von was man frei sein möchte, hängt der Geist schon wieder am Objekt, was man ja eigentlich nicht möchte. Da beisst sich die Katze in den eigenen Schwanz.

Was man stattdessen tun kann, ist zu lernen mit diesen Bändern richtig umzugehen. Schritt eins ist, sie wahrzunehmen, zu wissen, dass alles voller Bindungen ist, und dass diese eine Notwendigkeit des Lebens ist. Du bist in jeder Sekunde deines ganzen Lebens an die Bäume in deiner Umgebung gebunden. Sie produzieren deinen Sauerstoff und gäbe es sie nicht, du würdest ersticken. Solche Fakten helfen, sich der Bänder bewusst zu werden.

Die Nabelschnur ist ebenfalls lebensnotwendig und an sich eine gute Sache, doch um den Hals gewickelt ist sie tödlich.

Mensch ist nun also gefordert mit seinen Bindungen richtig umzugehen. Das heisst, sie sich nicht um den Hals zu wickeln, und sie einfach lose stets zu sortieren und möglichst locker damit umzugehen. Einem stets an der Leine zerrenden Hund bringt man bei nicht immer zu zerren. Zerrt also irgendwas an der Verbindung schaut man sich das an, findet heraus warum es zerrt und handelt entspreched.

Schaut man sich das ganze mit den Bindungen mal einfach locker und gelassen an, versucht nicht immer davor zu flüchten sondern stellt sich den Dingen am anderen Ende des Bandes, beginnt sich das Geflecht zu entspannen. Ein Krieger weiss wie sein Geflecht zu führen ist, dass es stets im eigenen und gemeinsamen Fluss ist.

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