5 Drache – Imix . Imox . Cipactli

Kin 161 – 8. September 2013

Irgendwie fühlt es sich so an, als würde ein neues Kapitel in der Geschichte aufgeschlagen. Ich kann es noch nicht so ganz fassen, noch nicht klar genug erkennen.

Hinweise im persönlichen, wie im kollektiven Geschehen lassen eine sich anbahnende Veränderung mehr als nur erahnen.

Zur Zeit tut sich im Aussen noch nicht gewaltig viel, doch im Inneren wurden die Grundmauern längst mehr als nur erschüttert. Sie sind zusammengebrochen und ein neues, ganz anders als gewohntes Fundament ist entstanden.

Es geht dabei allerdings nicht darum, es in neu und alt zu unterscheiden, das verzögert die Entstehung eher. Noch ist es glitschig wie ein Fisch, aber aus Erfahrung versuch ich gar nicht erst es fassen zu wollen.

Es ist als würde eine bisher zurückhaltende innere Instanz beginnen hinzuschauen. Weder die Instanz noch die Art hinzuschauen ist bekannt, und doch ist es etwas Altbekanntes.

Es rührt sich etwas in dieser Welt, das lange ruhte. Ist es die erwachende Schöpferkraft der Wesen, gar der Erde selbst?

Es fühlt sich mächtig an, mächtig schön und respekteinflössend.
Eine Kraft ist am erwachen.

Wie wenn der Drache, der Jahrtausende in seiner Höhle schlief, ein Augenlid einen Spalt öffnet. Sein Atem ist unverändert. Seine Glieder sind unbewegt, ruhend. Doch etwas hat ihn aufgeweckt und seine Aufmerksamkeit gewonnen. Er schaut sich um.

Sein Blick durchdringt alles. Sein Wissen über die Geschichten des Seins reicht bis in die Anfänge jeder Seele und darüber hinaus.

Der erwachende Drache hält sich nicht an die uns bekannten Mauern der Zeit. Er weiss wie alles begann. Er weiss wohin es führt. Sein Schweigen ist erschreckend, sein Beobachten atemberaubend.

Wie gefesselt kann ich mich nicht abwenden und das Weite suchen, was etwas in mir am liebsten täte. Gebannt verharre ich in der Nähe des Drachens. Ich will es sehen.

Ich weiss ich kann nichts tun. Weder den Drachen zu wecken, noch ihm zu entkommen würde etwas bringen. Diese Kräfte sind zu mächtig, sie übersteigen mich in meinem Gewohnten um Längen.

Gespannt warte ich darauf, dass er sich zu bewegen beginnt. Ahnend, dass es jeden Moment losgehen könnte, dass es auch noch dauern könnte, behalte ich ihn im Auge, denn sein Blick hat mich längst gefunden.

Beobachtet er mich schon die ganze Zeit, während ich es erst jetzt wage, ihm ins Auge zu schauen?

Ein seltsamer Moment ist das. Weder schläft er, noch ist er zurück im Leben. Seine Präsenz ist hellwach. Schon länger als ich mir bewusst bin beobachtet er mich und die Welt.

Das Wissen, dass diese Kraft meine eigene ist, in mir erwacht, sie in allen anderen genau so erwacht, wird stärker, erwacht.

Etwas wird geschehen. Ich bin ein Teil davon. Ich hab eine Rolle im neuen Kapitel der Geschichte zu spielen, und mir wird klarer und klarer, dass niemand seine Rolle nicht wird spielen können.

So stark sind die erwachenden Kräfte, so mächtig, als hätte sich der Wille der Schöpfung körperlich geboren und diese Welt betreten wie Du und Ich.

Alles Liebe
Ers

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