6 Wind – Ik . Iq . Ehecatl

Kin 162 – 9. September 2013

Was waren wir aufgeregt und voller Vorfreude als wir uns aufmachten hier einzusteigen. In der Abflughalle richtung Erde herrschte Aufbruchstimmung und emsiges Treiben. Alle waren wir vorbereitet und instruiert mit alle was es nach der Landung zu tun gibt und so stiegen wir ein.

Du weisst nichts mehr davon? Kein Wunder! Dieses klitzekleine Detail wurde leider fürchterlich schlecht eingeschätzt. Was passiert wenn die ganze Crew vergisst um was geht, wurde zwar auch geplant und wir wurden bestens vorbereitet, doch das nützt halt dummerweise nichts, da selbst das vergessen wurde.

Und so tautchen wir hier einfach aus dem Nichts auf. Keine Ahnung was vorher war, einfach so, plötzliches Auftauchen des Bewusstseins, aber ohne Wissen woher und warum.

Manche nannten es die dümmste Idee aller Zeiten. Andere waren vom Wagemut dieser Expedition begeistert ohne Ende.
Als Zuschauer ist es zur Zeit wohl am amüsantesten. Diejenigen im Kontrollzentrum die nicht mitkamen, und das ganze hier überwachen, raufen sich die Haare, weil sie uns nicht erreichten und nur tatenlos zusehen können.
Und wir rennen hier rum wie die kopflosen Hühner.

Wir hatten ein Leben, erfüllt und einfach in höchsten Gefilden reinen Lichtes. Dort hatten wir alles was es zum glücklichen Leben brauchte. Wir waren gebildet und weise, Experten in unseren Fachgebieten, unangefochten an der Spitze, die Besten der Besten. Und so wurden wir gerufen als es mit der Erde Bachab ging und sie in eine Richtung geschleudert wurde, aus der es kein Zurück mehr gab. Die totale Zerstörung war unabwendbar.

Und so wurden wir versammelt und gebrieft. Unsere Hilfe war erforderlich. Die Mehrheit wollte nicht eingreifen, doch es setzte sich trotzdem durch, dass Hilfe den Richtungswechsel herbeiführen könnte.

Das Problem war erkannt. Trotz der Vorgabe des Vergessens wurde das Ausmass unterschätzt, weil wirklich absolut kein Erinnern übrig blieb.

Äusserst schlechte Umstände und irgendwie töricht zu meinen in den Zeitraum des Vergessens einsteigen zu wollen ohne selbst alles zu vergessen.

Und wir taten es trotzdem. In einem Augenzwinkern fanden wir uns hier wieder. Es hat uns das selbe Schicksal ereilt wie alle anderen hier auch. Die totale Vergangenheitsleere im Bewusstsein hat uns volle Breitseite erwischt. Völlige Amnesie.

Doch hatten wir nicht doch vorgesorgt? Ganz so doof können wir nicht gewesen sein, uns hier einfach ohne Plan für den Ernstfall auszusetzen?

Leider war es nicht möglich uns hier mit dem gesamten Wissen und Erinnern zu versorgen. Es können von aussen nur kleine Impulse gesetzt werden, die partiell in uns erwecken was wir vergessen haben.

Das taten sie im Kontrollzentrum da draussen auch fleissig. Doch die Bruckstücke an Erinnerungen die urplötzlich aus dem Nichts auftauchten waren häufig einfach nur verwirrend, weil sie im Kontext zum hiesigen Leben keinen Sinn ergaben. Ja sie machten es hier sogar noch schwerer.

Doch darauf sind wir trainiert. In uns erwachten die Lebensgeister und es reichte aus um in uns die Abenteuerlust zu wecken.

Wir kämpften uns durch den Dschungel und entdeckten so langsam aber sicher unsere selbstgeschmiedeten Pläne. Jetzt haben wir unsere Pläne wieder gefunden. Wir können sie zwar noch nicht vollkommen lesen und verstehen, aber endlich ist es nun soweit sie anzuwenden.

Unsere wahren Aufgaben werden uns wieder bewusst. Auch wenn die Pläne mit der Realität noch wenig gemeinsam haben, so sind sie doch genug ausgereift, dass wir sie nur noch anzupassen brauchen, denn das war in der Planung unmöglich, doch selbst das Planlose ist in den Plänen vorgegeben.

Jetzt liegts an uns aufzubauen und umzusetzen wesswegen wir hierhergekommen sind.

Eine direkte Kommunikationsleitung mit dem Kontrollzentrum ist der erste Schritt.

Liebste Grüsse
Ers

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