9 Spiegel – Etznab . Tijax . Tecpatl

Kin 178 – 25. September 2013

Der Geist durchwandert die letzten Traumszenen und von irgendwoher kommt ein Geräusch von aussen, das einem bekannt vorkommt. Eine gefühlte Ewigkeit und Traumtage später beginnts zu dämmern, es ist der Wecker.

Noch flimmern die vielen bewegten Bilder und Eindrücke aus dem letzten Traum durch den Kopf und schon beginnt es wie wild zu denken. Es denkt an dieses und an jenes, was es zu tun gibt, was gemacht werden muss, was gestern war, mit wem man was gesprochen hat, an was man grad dran ist, und so weiter und so fort.

Manchmal sind die Gedanken leicht und fröhlich, manchmal sind sie eher schwer und träge. Je nach dem an was es grad rumdenkt, was gestern war, was heute bevorsteht, es denkt und denkt und denkt, plappert ständig munter vor sich her.

Ach wärs doch einfach mal still.

Der stille Beobachter im Hintergrund schaut dem emsigen Denker einfach zu. Manchmal greift er ein, aber nur ganz selten, und dann nur wenns ganz wichtig ist. Aber ansonsten lässt er es einfach denken, plappern, reden, mit sich selbst, mit geistigen Verbindungen zu anderen, geistig virtuelle Gespräche führend, erklärend, erläuternd, klärend, ergänzend vergangene und kommende Konversationen.

Keiner weiss ob’s jemals ankommt, oder warum es das tut, aber es ist ununterbrochen tätig und geschäftig.

So setzt man sich hin, malträtiert diesen Gedankenterror mit einem Mantra, in der Hoffnung es möge für einen Moment Stille einkehren, oder zumindest nur die Worte des Mantras vorherrschen.

Hie und Da, für wenige Minuten klappts auch ganz gut, dann kommen Energien und Bilder von ausserhalb des Denkenden, doch emsig wie es ist, stürzt es sich auf irgendwas und ehe man es mitbekommt hat schon wieder minutenlang irgendwo rumgedacht und das Mantra ist vergessen.

Also zurück zum Mantra, intensive Konzentration, und man ist happy, wenn es mindestens eine Minute geklappt hat mit der Stille. Jay! (Das heisst so viel wie “Hurra” in Sanskrit)

Nach der Morgenmeditation ergiesst man sich so richtig in den Tag hinein und eines folgt dem anderen und wo bleibt die Stille? Irgendwo auf der Strecke!

Im Hintergrund, da ist sie immer, aber wie der Strassenverkehr die Ruhe übertönt, so übertönt das plappernde Denken die Stille des Geistes, die Ruhe der Liebe in der wir sind, die uns umgibt.

Das kann doch eigentlich nicht wirklich so schwer sein, nichts zu denken! Aber irgendwie, wenn man sich nicht wirklich mit voller Konzentration drauf festmacht, rattert das Teil einfach vor sich her. Es lässt sich das nicht abgewöhnen.

Doch manchmal da gibts so Glücksmomente in denen ist es still. Man weiss eigentlich nicht mal wirklich warum und wie, aber es gibt sie, diese Momente.

Und wenn du jetzt eine Lösung erwartest, dann erwartest du zu viel, ich hab keine, ich habs noch nicht herausgefunden, sonst würd ichs dir verraten. Ich wollt einfach mal etwas über die Stille schreiben, weils mich in letzter Zeit beschäftigt, und ich mein denkendes geplapper im Kopf unter Beobachtung gesetzt habe, in der Hoffnung ein Muster zu finden, warum das so läuft, und wie – um Himmels willen möcht ich fast schreiben – sich das stoppen lässt, wie man das zur Ruhe bringt. Es wär dann wahrscheinlich um einiges leichter die vielen offenen Fragen im Leben zu lösen. Weil die Antworten sind alle da, nur durch das Geplapper sind sie nicht immer zu hören.

Aber immerhin, die Energie der Stille im Hintergrund ist jetzt da, daran kannst du dich orientieren. Worin ich sicher bin, dass jeder eine ganz eigene Art und Weise hat, sich in die innere Stille zu versetzen, da kann einem niemand helfen. Es gibt Wege die beschreitet man ganz für sich alleine und nur die selbstgefundene Lösung ist die richtige.

Ich wünsche dir eine erfolgreiche Stille!

Share This

Newsletter

Verpasse keinen Tages-Text und keinen Artikel!
Abonniere den kostenlosen Newsletter jetzt!

Du hast jetzt den Newsletter abonniert